Versteckte Apps finden – oder den Zugriff direkt im Netzwerk kontrollieren?
Versteckte Apps sind für viele Eltern ein Problem: Eine Anwendung verschwindet vom Startbildschirm, wird in einen Ordner verschoben oder über eine Funktion des Smartphones ausgeblendet. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, die App sei nicht mehr vorhanden.
Die wichtigere Frage ist jedoch nicht immer: „Wo ist die App?“ Sondern: „Kann das Gerät den Dienst überhaupt noch erreichen?“
Versteckte Apps auf dem Handy finden
Wer eine versteckte App suchen möchte, sollte zunächst die vollständige App-Liste des Geräts prüfen.
Auf iPhone und iPad kann zusätzlich die App-Mediathek durchsucht werden. Bei Android finden Sie installierte Anwendungen meist unter den Einstellungen im Bereich „Apps“. Je nach Hersteller können außerdem Funktionen zum Ausblenden von Apps vorhanden sein.
Das kann helfen, wenn Sie überprüfen möchten, welche Programme tatsächlich installiert sind. Für eine dauerhafte Kontrolle ist das jedoch nur ein Teil der Lösung.
Warum das reine Suchen nach versteckten Apps nicht ausreicht
Eine App muss nicht sichtbar sein, um eine Internetverbindung aufzubauen. Und selbst wenn eine bestimmte App gelöscht oder gesperrt wurde, kann derselbe Dienst unter Umständen über einen Browser oder eine andere Anwendung erreichbar bleiben.
Eltern müssten deshalb theoretisch immer wieder kontrollieren, welche neuen Apps installiert wurden, welche Apps umbenannt oder ausgeblendet wurden und welche Dienste über alternative Wege erreichbar sind.
Das wird mit zunehmender Zahl von Geräten und Anwendungen schnell unübersichtlich.
Was Forschung über elterliche Medienkontrolle zeigt
Eine in JAMA Pediatrics veröffentlichte prospektive Studie untersuchte 1.323 Schülerinnen und Schüler der dritten bis fünften Klasse sowie Angaben ihrer Eltern und Lehrkräfte. Die Forschenden betrachteten unter anderem, wie stark Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder begleiteten und begrenzten.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass stärkere elterliche Medienkontrolle mit geringerer Gesamtmedienzeit und geringerer Exposition gegenüber gewalthaltigen Medien verbunden war. Diese Faktoren standen wiederum mit Schlaf, schulischer Leistung sowie prosozialem und aggressivem Verhalten in Zusammenhang.
Die Autoren unterschieden dabei zwischen dem Begrenzen von Medienzeit und Inhalten sowie dem aktiven Gespräch mit Kindern über Medien. Ihr Fazit war, dass elterliche Begleitung der Mediennutzung Schutzwirkungen in mehreren Bereichen haben kann.
Wichtig ist dabei: Die Studie stammt aus dem Jahr 2014 und untersuchte vor allem Fernsehen, Computerspiele und Computernutzung bei Kindern im Grundschulalter. Sie beweist deshalb nicht speziell die Wirksamkeit moderner DNS-Filter oder bestimmter Kindersicherungsprodukte. Sie unterstützt aber grundsätzlich die Bedeutung einer aktiven und begrenzenden Medienbegleitung durch Eltern.
Zur Studie bei JAMA Pediatrics
Mit Talos Family müssen Sie nicht jede versteckte App einzeln finden
Talos Family verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Statt ausschließlich zu kontrollieren, welche App auf dem Bildschirm sichtbar ist, wird der Internetzugriff auf Netzwerkebene gefiltert.
Viele Apps und Webdienste müssen für ihre Funktion mit bestimmten Internet-Domains kommunizieren. Dabei werden häufig DNS-Anfragen verwendet, um die benötigten Server zu finden.
Wenn ein entsprechender Dienst durch die Talos-Family-Filter erfasst und gesperrt ist, kann seine DNS-Kommunikation blockiert werden. Dadurch kann der Zugriff in vielen Fällen bereits verhindert werden – unabhängig davon, ob das App-Symbol offen sichtbar, in einem Ordner versteckt oder vom Startbildschirm entfernt wurde.
Ein Beispiel: Eine versteckte Social-Media-App
Angenommen, ein Kind versteckt eine Social-Media-App auf seinem Smartphone. Bei einer klassischen Kontrolle müsste ein Elternteil zunächst entdecken, dass die App noch installiert ist.
Bei einer netzwerkbasierten Filterung ist das weniger entscheidend. Wenn die verwendeten Domains des Dienstes in der entsprechenden Sperrkategorie enthalten sind, können die Verbindungsversuche über den gefilterten DNS-Zugang blockiert werden.
Das gleiche Prinzip kann auch gelten, wenn ein Dienst nicht über seine App, sondern über den Browser aufgerufen wird.
Warum wir bewusst von „meistens“ sprechen
Kein DNS-Filter kann garantieren, jede App oder jeden Internetdienst unter allen Umständen vollständig zu erkennen oder zu blockieren.
Apps können ihre Infrastruktur ändern, neue Domains verwenden oder technische Verfahren einsetzen, die klassische DNS-Filter teilweise umgehen. Genau deshalb kombiniert Talos Family die Filterung je nach Konfiguration mit weiteren Maßnahmen wie der Kontrolle bestimmter DNS-Wege sowie der Einschränkung alternativer verschlüsselter DNS-Verbindungen.
Unser Ziel ist deshalb nicht, Eltern eine unrealistische hundertprozentige Kontrolle zu versprechen, sondern möglichst viele unerwünschte Verbindungen bereits auf Netzwerkebene abzufangen.
Der Vorteil: Neue Sperren können zentral übernommen werden
Bei einer App-basierten Kontrolle müssen Eltern häufig selbst reagieren, wenn neue Anwendungen oder Dienste auftauchen.
Bei Talos Family können Filterregeln zentral aktualisiert werden. Wird ein neuer relevanter Dienst oder eine neue Domain einer gesperrten Kategorie hinzugefügt, kann diese Änderung auf den geschützten Zugang angewendet werden, ohne dass Eltern jede einzelne App erneut suchen und konfigurieren müssen.
Versteckte Apps bleiben trotzdem sichtbar prüfbar
Natürlich kann es weiterhin sinnvoll sein, gelegentlich die installierten Apps des Geräts zu überprüfen. Dadurch wissen Eltern besser, welche Anwendungen ihr Kind tatsächlich verwendet.
Der Unterschied ist: Der Schutz muss nicht ausschließlich davon abhängen, ob Sie jede versteckte App rechtzeitig entdecken.
Talos Family als zusätzliche Schutzebene
Talos Family ersetzt nicht das Gespräch zwischen Eltern und Kindern und auch nicht sämtliche Funktionen einer klassischen Kindersicherung.
Die Netzwerkfilterung kann jedoch eine zusätzliche Ebene schaffen: Statt nur sichtbare Apps zu kontrollieren, wird versucht, unerwünschte Internetverbindungen bereits beim Zugriff auf die entsprechenden Dienste zu blockieren.
Mehr darüber, warum wir diesen Ansatz gewählt haben, erfahren Sie hier: Warum Talos Family?
Wie Sie Talos Family über WireGuard oder über die Router-Version einrichten, finden Sie in unserer Anleitung: Talos Family einrichten
Fazit: Nicht jede App suchen – den Internetzugriff kontrollieren
Wer versteckte Apps finden möchte, kann zunächst die App-Mediathek beziehungsweise die Liste der installierten Anwendungen prüfen.
Für Eltern ist es jedoch oft sinnvoller, nicht ausschließlich nach einzelnen Apps zu suchen. Viele dieser Anwendungen benötigen schließlich eine Verbindung zu ihren Servern.
Talos Family setzt genau dort an: Wenn ein unerwünschter Dienst über die Talos-Family-DNS-Filter erkannt wird, kann die Verbindung unabhängig davon blockiert werden, ob die entsprechende App sichtbar oder versteckt ist.